Was jetzt zu tun ist

Datum: 25/11/2015
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Kategorien: Aktuell

Berlin, 25.11.2015 (dk)

Schluss mit dem Morden! Wir sind ja uns glaube ich alle miteinander  einig, daß Kriege Flucht produzieren und Kriege generell nicht gut sind.Also ran an die Ursachen. Es geht um die Definition von Interessen, Handel, Profit.

Und derzeit werden Hilfsbereitschaft und Not gegen Gier und Willkür ausgespielt.

Frieden ist nicht Liebe, sondern Nichtexistenz von Krieg

Also gibt es nur einen jetzt wichtigen Status zu finden, nämlich Ordnung. Ordnung meint nicht unbedingt eine Kuschelecke, denn Feinde von heute werden nicht gleich Freunde, aber wir müssen erst einmal Waffenstillstand und Frieden herstellen. In Syrien. Im Irak. In Libyen. Mali. Sonst wo. Frieden impliziert nicht gleich Liebe, sondern erstmal „nur“ Abwendung von Krieg.

Aber es gibt fast nur zwei Möglichkeiten, „Frieden zu erzwingen“, um v. Clausewitz zu bemühen: Durch Krieg. Und durch Diplomatie.

Die Diplomatie ist dabei nur so stark, wie die Ignoranz selbiger Nachteile für die Gegenseite, größere Nachteile als im Status Quo, mit sich birgt. Auch Public Relations können nur ein Produkt oder ein Ziel bestärken, das bereits stark ist. Ein hohler Zahn fällt schnell zusammen.

Am Scheideweg

Ergo ist Säbelrasseln manchmal leider auch Teil der Diplomatie. Das kriegen wir ja seit geraumer Zeit mit. Manchmal scheppert’s aber, wenn die andere Seite nicht glaubt, daß die Gegenüber wirklich durchgreifen. Siehe Abschuß der russischen Piloten im türkisch/syrischen Luftraum gestern. Blöd wird’s aber, wenn nicht zwei, sondern so wie jetzt von der Levante bis zum persischen Golf, vom Kaukasus bis zum Horn von Afrika gleich ein Dutzend (mindestens) Kriegsparteien beteiligt sind. Dann wird’s ein Weltkrieg, ist es de facto schon. Aber: Bislang, denken wir,  war der Konflikt von zwei Blöcken, Osten/Westen geprägt. Der Geist des kalten Krieges, hier NATO, dort Warschauer Vertrag, weht eisern nach. Ist das aber wirklich so? Und wird der jetzige Konflikt nicht doch mehr und mehr von Werten geprägt? Wir fühlen es. Wir könnten sagen: „Religion vs. Aufklärung.“ Und an dieser Stelle befindet sich Europa am Scheideweg, um nicht zu sagen, in Geiselhaft der Kriegsparteien. Gemeinsame Werte mit einem kraftstrotzenden Herrn Erdogan und den rückwärts gewandten Feudalherren von SA und Katar?

Da gibt es mit Beziehung zu Europa nur einen gemeinsamen Wert: Geld!

Wir haben also eine Wertediskussion und eine Finanzdiskussion. Beide damit verknüpften Ziele und Wege dahin scheiden sich. Jetzt! Wir werden vielleicht mit stark in unserer Wirtschaft verankerten Handelspartnern wie den Golfstaaten und der aktuell geführten, um nicht zu sagen, „entführten“ Türkei vielleicht lukrative Handelspartner verlieren. Nicht aber die Menschen. Außerdem ist Handel stets dynamisch, wandelt sich, bringt neue Partner und Märkte. Dafür muß aber erst aus einem veralteten Muster ausgebrochen werden. Oder wir exportieren mal was Anderes als Autos und Waffen, vielleicht ja Verfahrenstechnik zur Rettung unserer Natur, unserer Ressourcen, Medizintechnik, das wäre eh sinnvoll. Sinnvoll ist es jedenfalls nicht, Waffen an Despoten zu verkaufen, die aktuell in einem vor der Haustür stehden Konflikt stehen. Davon abgesehen, landen mit der Zeit alle Waffen überall, auch, wenn wir sie nach Botswana verkaufen. es kommt alles zurück. Die Erde ist sehr klein geworden.

Doch in Kriegsgebiete zu liefern verbietet unser Gesetz. Warum beugen wir das Gesetz?

 

Grafik: Gustave Doré: "Fahrt über den Styx, 1861"

Grafik: Gustave Doré:Fahrt über den Styx, 1861

Eine Lösung, nicht die stärkste, aber die langfristigste, damit also doch die Stärkste, lautet:

„Wenn sich Europa über Werte wie Toleranz, Aufklärung, Humanismus definiert, dann müssen wir in die EU-Verfassung Handel mit Ländern, genauer gesagt, Despoten, welche diese Werte nicht akzeptieren, zumindest Waffenhandel UND den Finanzverkehr verbieten. Oder die bereits bestehenden Gesetze einfach mal anwenden!

Wenn wir uns aber weiter nur über Gier und Geld definieren, nun, dann kann Herr „ErdoWahn“ hier gerne weiter unsere Politiker in Geiselhaft nehmen. Aber dann ziehe ich nach Argentinien. Oder Kanada. Weit weg.

 

 

 

 

 

Das ist mein Lösungsansatz. Im Kurzen. Natürlich braucht es mehr. Mehr Rückführung der Gesellschaft, der arg zersplitterten, verstörten Menschen, in die Mitte, von den Rändern weg, wo sie von Zentrifugalkräften zerrieben und von Brandstiftern mit nur einem kleinen Schubs manipuliert, fanatisiert werden. Schluß damit!

 

Die gestörten Fanatiker sind zwar eiskalte Killer, aber wenn man genau, ganz genau in die Wunde hinein schaut, was Mut und Demut zugleich erfordert, morden sie nicht, weil wir europäische Werte besitzen. Sondern weil sie nicht anwenden!

 

Das ist meine Meinung dazu. Gerne  lasse ich mich aufklären und lerne dazu.

Bin ja Europäer 😉

von Daniel Khafif

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Gustave Doré:

"Fahrt über den Styx, 1861"
Grafik: Gustave Doré: "Fahrt über den Styx, 1861"

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